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Jörg's Filmtipps im Februar 2020

 

JoJo RabbitEs ist Jahre her und ich kann mich leider nicht mehr erinnern, welchen Film ich einem Freund empfahl, aber ich sagte etwas wie: „…eine tolle Holocaust-Komödie“ – woraufhin er ernst erwiderte, das wäre wohl kaum ein Thema für eine Komödie. JoJo Rabbit (jetzt im Kino) zeigt (wieder?), dass es möglich ist, diesem ernsten Thema mit Respekt und gleichzeitig schrägem, überbordendem Humor zu begegnen. Ein kleiner HJ-Junge (fantastisch: Roman Griffin Davis) hat Adolf Hitler als „imaginären Freund“ an seiner Seite und gleichzeitig ein echtes jüdisches Mädchen auf dem Dachboden des Elternhauses versteckt. Für ihn ein Spagat, für den Regisseur Taika Waititis auch – das Ergebnis ist nicht ganz so unkonventionell, wie ich es mir gewünscht hätte, aber den Kinobesuch allemal wert.

Marriage StoryNoah Baumbach („Mistress America“ mit Greta Gerwig s.u.) ist ein Meister der Dramödie, wobei das Pendel meist etwas stärker zur Drama-Seite hin ausschlägt. So auch in seinem neuesten Meisterwerk Marriage Story (Netflix), in dem es um das Ende einer Ehe und den unterschiedlichen Blick der Beteiligten auf die gemeinsame Zeit geht. Toller Film, tolle Schauspieler – unbedingt ansehen! Noch schnell erwähnt werden muss Laura Dern – sie ist im Moment überall (auch in „Little Women“ s.u.) und immer großartig – was ist da los? Noch kürzer erwähnt: „State of the Union“, Serie, 10 x 10 Minuten, ein Paar trifft sich jeweils vor ihrer Paartherapie im Pub und bespricht die Ereignisse der Woche – toll! Zettel an die Pinnwand, merken, leider noch kein Vertrieb in D.

Little WomenGreta Gerwig: eine Klasse für sich – als Schauspielerin und als Regisseurin. Ihr neuer Film Little Women (jetzt im Kino) ist hochemotional und nie kitschig. Ähnlich wie bei ihrem vorherigen Film „Lady Bird“ reicht eine beliebige kleine Sequenz aus, um sofort alles sehen zu wollen. Denke ich an „Lady Bird“, dann fällt mir sofort die andere „Indie“-Perle „Short Term 12“ ein, und dass ich meiner vielleicht dafür noch etwas zu jungen Nichte Mette beide Filme zu Weihnachten schenkte und sie hoffentlich bald etwas damit anfangen kann. So, genug der Sentimentalität – Netflix einschalten und „Uncut Gems“ schauen – jetzt!

Jörg Schmidt (Imker und Filmkenner)

 

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