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Jörg's Filmtipps im Dezember 2019

 

Kaum sind die Nordischen Filmtage vorbei, da bekommt einer meiner diesjährigen Favoriten einen Kinostart. In dem Dokumentarfilm Die Götter von Molenbeek (seit 21.11. im Kino) schauen wir Aatos und seinen Freunden beim Spielen zu und lauschen, wie sie unter sich die Probleme der Welt besprechen. Dabei geht es um Tod, Religion, Unendlichkeit, kulturellen Differenzen – und aus der naiven Perspektive der Kinder erscheint es fast unmöglich, dass man über diese Themen ernsthaft in Streit geraten könnte. Als es dann im März 2016 zu mehreren Terroranschlägen in Brüssel kommt, hat es auch Auswirkungen auf die Lebenssituation der Kinder, die bis vor kurzem zwischen Klopapierschlachten und wilden Streifzügen noch herrlich unbeschwert wirkten. Ein Filmjuwel – Bilder, Schnitt und Ton heben die Doku auf „Kino-Level“ und belohnen uns zusätzlich für den Gang ins Lichtspielhaus.

Deutsche Thriller schaffen es nur selten auf die große Leinwand – aber 7500 (Kinostart 26.11.) von Patrick Vollrath (gewann 2015 den „Studenten-Oscar“ für „Alles wird gut“) ist mitreißend und bleibt bis zur letzten Minute unberechenbar, was im Action-Kino wahrlich nicht selbstverständlich ist. Es geht um eine Flugzeugentführung, von der wir als Zuschauer nur mitbekommen, was auch Co-Pilot Tobias (Joseph Gordon-Lewitt) aus seinem Cockpit sehen kann. Nennenswerte Verschnaufpausen gönnen uns die Filmemacher nicht – dadurch vergeht die Spielzeit buchstäblich wie im Flug. Kurzweilig und packend – was will man mehr: hier kann das weihnachtliche Geldgeschenk ab dem 2. Weihnachtstag sinnvoll in eine Eintrittskarte investiert werden.

In der Weihnachtszeit darf es natürlich auch mal ein schöner Film sein ...Peanut Butter Falcon (Kinostart 19.12.) ist ein unglaublich sympathisches Feel-Good-Movie und bringt einfach Spaß. Es ist nicht die Variante, die wir aus französischen Komödien kennen – kauzige Person findet nach turbulenten Begegnungen zurück ins Leben –, sondern eher „Rain Man“ im Red-Neck-Land. Die Geschichte verläuft etwas zu glatt, aber Stimmung und Schauspieler lassen Details unwichtig werden.

Jörg Schmidt (Imker und Filmkenner)

 

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