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Jörg's Filmtipps im Dezember 2018

 

Homecoming Einst wurde Julia Roberts in erster Linie als „Pretty Woman“ verpflichtet, um den Filmen in denen sie spielte Glanz und Schönheit zu verleihen. Im 10-Teiler Homecoming (amazon) verkörpert sie hingegen die nahezu ungeschminkte und zudem schlecht frisierte Kellnerin Heidi Bergman, die sich weit mehr um ihren Geisteszustand sorgt, als um ihr Aussehen. Denn als sie von einem Gast mit ihrer Vergangenheit als Leiterin eines Hilfsprogramms für Kriegsheimkehrer konfrontiert wird, stellt sie fest, dass sie keine Erinnerung an diese Zeit und ihre damaligen Lebensumstände hat. Die Suche nach den Geschehnissen ihres vorherigen Lebens beginnt und für mich begann eine Sogwirkung und das Gefühl, weitergucken zu MÜSSEN, wie vermutlich seit „Breaking Bad“ nicht mehr.

Alexander McQueen In der Modebranche geht es nur zu oft um den schönen Schein – doch das wurde von Alexander McQueen am Anfang seiner Karriere wahrlich nicht „verkörpert“. Er entsprach eher dem Klischee eines übergewichtigen englischen Fußballhooligans, wild fluchend und vom Arbeitslosengeld lebend. Seine Geschichte und die seiner Familie, der wichtigsten Mitarbeiter und Freunde, erzählt der Dokumentarfilm Alexander McQueen (Kinostart 29.11.) mitreißend und emotional. Seine Modeschauen nehmen im Film viel Platz ein und es ist geradezu atemberaubend, wieviel Kreativität in ihnen steckte. Doch mit zunehmendem Erfolg stieg auch der Druck – als Chefdesigner von Gucci galt es, 14 Kollektionen pro Jahr auf den Laufsteg zu bringen... Den Rest erfährst du im Kino deines Vertrauens.

In den Gängen Eine stärkere Abwesenheit von Schönheit wie im Film In den Gängen (jetzt auf DVD/VOD) ist mir selten begegnet. Nahezu paradox, dass in der lebensfeindlich wirkenden Atmosphäre eines sächsischen Großmarktes ausgerechnet Lebensmittel verkauft werden. Es geht um „Frischling“ Christian und „Süßwaren“ Marion, die starke Gefühle füreinander entwickeln und das soziale Geflecht unter den Angestellten, in dem jede Gemütsveränderung mit seismographischer Präzision vom Kollegen im nächsten Gang wahrgenommen wird. Spektakulär unspektakulär und dabei anrührend bis zum Schluss – ich habe mich gefragt wie Regisseur Thomas Stuber das hingekriegt hat.

Jörg Schmidt (Imker und Filmkenner)

 

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