musik

Stars des 29. JazzBaltica-Festivals

 

Stars des 29. JazzBaltica-Festivals (20.-23.6., Timm. Strand) in aktuellen Alben

„Mitten in Timmendorfer Strand werden wir die Farben des Jazz feiern, improvisieren, verzaubern und Genregrenzen überschreiten.“ Mit diesem Credo ging der Künstlerische Leiter Nils Landgren den schwierigen Umzug von Niendorf nach Timmendorfer Strand an. Sein ihm ureigener Optimismus & seine Einschätzung des JazzBaltica-Publikums haben ihm recht gegeben. Die Konzerte auf dem Gelände rund um den Strandpark gerieten zu einem großen Erfolg. Hier ist von nun an das Revier, in dem Ende renommierte Musiker aus dem Ostseeraum auf Nachwuchstalente & internationale Jazzgrößen treffen. Neben den Konzerten auf der MainStage im Festsaal des Maritim Seehotel erwartet die Besucher ca. 30 kostenfreies OpenAir-Konzerte rund um den Strandpark. Rund um den Strand & der Seebrücke treten Künstler in der Reihe „@the beach“ auf. In unmittelbarer Nähe liegt die Rotunde der Trinkkurhalle, die zum „JazzCafé“ wird. Der „JazzClub“, in dem sich die Festivalkünstler am späten Abend zu lockeren Sessions zusammenfinden, ist in der „73Bar“ im Maritim Seehotel beheimatet. Dort wird der Bassbariton Thomas Quasthoff mit seinem Trio JazzBaltica 2019 in einem exklusiven Sonderkonzert eröffnen.

Julia Hülsmann Danach folgt wie gewohnt das JazzBaltica All Star Ensemble mit den besten Musikerinnen des Ostseeraums, diesmal geleitet von der deutschen Pianistin Julia Hülsmann. Wegen ihrer großen Affinität zum Gesang und zur Sprache bezeichnete sie „die ZEIT“ als „die Lyrikerin des deutschen Jazz“. Mit Bassist Marc Muellbauer und Drummer Heinrich Köbberling bildet sie seit mehr als 15 Jahren ein unschlagbares Trio. Ihr aktuelles Album „Sooner & Later“ beim feinen Münchner ECM-Label enthält u.a. ein fantastisches Radiohead-Cover von „All I Need“.***

ECM feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen und hat deshalb eine preiswerte CD-Sonderedition zum Download-Preis unter dem Titel „ECM50Touchstones“ mit 50 wegweisende Alben neu herausbracht: Alle haben den Test der Zeit mit Bravour bestanden, jedes einzelne ein Meisterwerk. Stöbern lohnt sich!***

Überhaupt sind ECM-Künstler zu diesem Jubiläum bei der JazzBaltica angemessen stark vertreten: Darunter der erstmals beim Festival gastierende Gitarrist Jakob Bro. Das Spiel des 40-jährigen Dänen fasziniert weniger durch demonstrative Virtuosität, sondern durch wunderbare Atmosphären, Texturen und Klänge. Für sein 3. Album „Returning“ hat sich Bro mit zwei Legenden der ersten ECM-Generation zusammengetan: mit Trompeter Palle Mikkelborg und Drummer Jon Christensen. Mikkelborg hatte ab 1978 brillante Alben mit Terje Rypdal, Dino Saluzzi und Jan Garbarek einspielt und war maßgeblich an Miles Davis’ Orchesteropus „Aura“ beteiligt. Ein generationenübergreifendes Projekt, dass sich als wahrer Glücksfall erweist.***

Rymden Eine neue skandinavische Supergroup schickt sich an, die Jazzwelt zu erobern. Zehn Jahre nach dem Tod des Pianisten Esbjörn Svensson haben sich die verbleibenden e.s.t.-Mitglieder Dan Berglund (b) & Magnus Öström (dr) mit Bugge Wesseltoft zusammengetan. Der norwegische Pianist steht mit New Conception of Jazz & seinem innovativen Jazzland-Label für eine open minded Haltung zu bereichernden Genres wie Electro, Folk & WorldBeats. Rymden, so der neue Bandname, bedeutet übersetzt „Raum“, in dem sich treibende Rhythmen, melancholisch-atmosphärisches Songwriting & virtuos gespielter Jazz treffen. Ob Pop, Rock, Club-Sounds oder Einflüsse der Klassik – auch für Rymden gilt Jamie Cullums e.s.t.-Huldigung: „Ich kann auch Freunde, die mit Jazz nichts am Hut haben, zu ihren Konzerten mitnehmen. Nicht etwa deshalb, weil sie einfach konsumierbar oder wenig experimentell wären. Sondern weil ihr improvisatorischer Ansatz voll aufregender & zeitgemäßer Ideen ist.“***

Kuu Zum Schluss nichts für schwache Nerven. Denn alle Genres haben Platz im JazzBaltica-Boot, auch JazzPunk & kraftvolle Gesellschaftskritik. Bei der Band Kuu! mit Sängerin Jelena Kuljić in der Front geht es um kollektiven Ausdruck, nicht um Selbstdarstellung. Wenn die Gitarristen Kalima und Möbius sowie Drummer Lillinger ihre Energien bündeln und Kuljić darüber grollend ihre Stimme erhebt, dann wissen wir, das Rock eine Haltung einnehmen kann und Lampedusa nicht allein eine Insel bezeichnet. „Lampedusa Lullaby“ (ACT) enthält Songs, die sich in ihrer ganzen Emotionalität einbrennen.*** Joachym Ettel

www.jazzbaltica.de

 

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