musik

Die Türen „Exoterik“

 

(Staatsakt/Universal Music)

Man darf zweifeln, ob der Labelchef und Vollblutmusiker Maurice Summen immer noch dem Prekariat angehört. In diesem Sinne beschrieb er seine Lebenswirklichkeit im Spiegel 2007: „Eigene Lebensmodelle, Kreuz- und Querfinanzierung“. Labelbesitzer zu sein, sei für sie eigentlich ein Ehrenamt, der Lohn stehe in keinem Verhältnis zum Arbeitsaufwand, fügte sein damaliger Partner, Gunther Osburg, hinzu. Heute, mehr als 10 Jahre später, kommt fast alles deutschsprachige mit Indietouch über das Label von Summen auf den Markt, seien es Die Sterne, Fraktus o.a. Der Schwerpunkt bei Staatsakt liege auf der künstlerischen Haltung, sagte er kürzlich; das Kapital machte vor ihm trotzdem nicht halt.

So singt er auf dem nunmehr sechsten Album von Die Türen z.B.: „Das sind doch alles nur bildungsbürgerliche Ideale, ich komme in die Jahre, in die alten verstaubten Regale.“ Auch schön: „Keine Zeit. Kein Geld. Keine Liebe. Kein Glück. Ich bin eine Krise“. Oder: „Information ist der Unterschied, der soziale Unterschiede macht.“ Man bleibt also politisch, kritisch.

Viel toller ist, was Summen mit seiner alten Truppe musikalisch auf die Beine stellt. Es rockt, es ist elektronisch, psychedelisch, kunterbunt. Berücksichtigt man, dass er erst im letzten Jahr unter Maurice & Die Familie Summen ein Album herausbrachte, auf dem er u.a. mit KrypticJoe von Deichkind ins Wortgefecht ging, das neue Album eine Spieldauer von fast 2 Stunden hat, dürfte er eigentlich 24 Stunden am Tag nur Musik machen. Man bestaune das Ganze einfach am 1.2. im Molotow (HH) live. Hingehen! ave

www.dietueren.de

 

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