Filmtipps

Jörg's Filmtipps im Januar 2020

Wes Brot ich ess, des Lied ich sing – dieses ungeschriebene Gesetz ist Frank (Robert de Niro) bewusst, als er sich auf Geschäfte mit der italienischen Mafia einlässt. Hier wird absolute Loyalität verlangt und es zählt nur noch: dabei oder tot. Diese inhaltliche Zusammenfassung von The Irishman von Martin Scorsese („das“ Prestige-Projekt von Netflix in diesem Jahr) klingt nicht wesentlich anders, als die Geschichten der Vorgänger „Good Fellas“ und „Casino“ – und doch sehen wir einen komplett unterschiedlichen Film. Der Glamour ist weg, die „starken“ Männer werden von den Umständen getrieben und der Machtanspruch funktioniert nicht mehr. Wer überlebt, der scheint eher dem Ende zugeneigt, als dass er den Anfang noch einmal herbeisehnt. Ein „ehrlicher“ Gangsterfilm, der mit 3 1/2 Stunden Laufzeit etwas Geduld verlangt, dafür aber auch reichlich belohnt.

Lieder werden auch in Judy (jetzt im Kino) gesungen – aber buchstäblich und auf der Bühne. Basierend auf dem Theaterstück „End of the Rainbow“, sehen wir einen Ausschnitt aus der Biografie von Sängerin Judy Garland. Die filmische Umsetzung ist etwas bieder geraten, dafür war Hauptdarstellerin Renee Zellweger nie besser. Sie sieht nicht aus wie Judy Garland und wenn sie singt, singt sie wie Renee Zellweger – und dabei ist sie beeindruckend. Mitreißendes Schauspielkino, das sich auf der großen Leinwand voll entfaltet.

Eine sensationelle Hauptdarstellerin und Gesang: da komme ich in diesem Monat nicht an Jessy Buckley in Wild Rose (jetzt im Kino) vorbei. Es geht um eine junge Frau aus Glasgow, die unbedingt Nashville-Country-Star werden will. Ganz im Stil britischer Sozialkomödien wie „Ganz oder gar nicht“ oder „Brassed Off“ vermag der Film von Tom Harper nicht unbedingt durch eine besonders originelle Dramaturgie überzeugen, aber die Besetzung ist der reinste Glücksgriff. Buckley und Julie Waters als ihre Mutter sind die Eintrittskarte wert – und in dieser kalten Jahreszeit wird einem auch etwas warm ums Herz. Auch wichtig!

Jörg Schmidt (Imker und Filmkenner)

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